Die äffischen, indischen Weisheiten

May 14, 2009 · verfasst von: KHS

©istock.com/Dreef
Nicht sprechen, nichts sehen und nichts hören, ist hinlänglich bekannt. So mancher "Autor" eines Textes, Bildes, Fotos ignoriert auf der Basis jener Geisteshaltung dass „(I)n der Wissenschaft (…) jeder Text, jedes Bild und jedes empirische Datum, das von jemand anderem stammt und nicht (oder auch nicht ausreichend) zitiert wird, als Plagiat (gilt).“[1]. Die wissenschaftliche Redlichkeit fordert darüber hinaus, so Stefan Weber „dass verwandtes Fremdmaterial zumindest mit einem "Vergleiche" (Vgl.) vermerkt sein müsse, da es sich anderenfalls um ein Plagiat handele.“
 
In der 'abschreibenden Zunft' nimmt man es aber oft mit der wissenschaftlichen Redlichkeit nicht so genau. Besondere Fälle sind (Ver)-Fälschungen bewusst inszenierter, historischer Lügen, die ideologisches Sendungsbewusstsein erzeugen sollen. Man bedenke dabei, dass der Lügner die Wahrheit kennen muss, weil er sonst nur einem Irrtum unterliegt oder das Urheberrecht aus Unkenntnis missachtet. Die Geschichte ist reich an Fälschungen wie das Unterrichtsmaterial beweist.
 
Unter den weniger bekannten Falsifikationen ist die Ermordung des polnischen Elitecorps im Wald der Ortschaft Katyn (Russland) zu nennen. In den Geschichtsbüchern der Schulen des Warschauer Vertrages konnten die Schüler der 9. Klassen folgenden Text lesen: "Das Massaker an 4.100 polnischen Offizieren verübten die Faschisten auf ihrem Vormarsch in die Sowjetunion." Der Lehrbuchartikel erwies sich als emotional geeignet, dass Feindbild gegenüber den deutschen Truppen zu vertiefen. Besonders geeignet erschien den Lehrbuchautoren der Geschichtsunterrichtsfilm der DDR "Die Glocken von Katyn". Die bekannten "Glocken von Chatyn" sollten die Fragen nach den Opfern in der Sowjetunion übertönen. Die Macht triumphierte über die Moral und die eigentlichen Mörder wurden im Rahmen der Vereinbarung der Anti-Hitler-Koalition von Briten und Amerikaner 'geschont', obwohl die Geheimdienste die historische Wahrheit kannten.
 
Was war wirklich geschehen? Im Frühjahr 1940 ermordeten Einheiten des sowjetischen Geheimpolizei NKWD mehrere tausend polnische Offiziere im in einem Wald bei Katyn (Russland). Die Entdeckung der Massengräber 1943 führte zum Abbruch der Beziehungen zwischen der polnischen Exilregierung in London und der Sowjetunion. Das Massaker wurde zunächst von der NS-Propaganda instrumentalisiert, während die sowjetische Führung unter Josef Stalin das Verbrechen von sich wies und es der Wehrmacht anlastete. Erst Michail Gorbatschow stellte 1990 klar, dass die Sowjetunion für den Massenmord in Katyn verantwortlich war. Jedoch stritten sämtliche Nachfolger dieses ab.
 
Bis zum heutigen Tag wälzen die russischen Behörden dieses Massaker, trotz vorliegender Beweise, auf das NS-Regime ab. Das Verbrechen belastet bis heute das russisch-polnische Verhältnis.

Quellen:
Der Große Plötz: Die Daten-Enzyklopädie der Weltgeschichte. 32. neubearbeitete Auflage, Ploetz im Verlag Herder, Freiburg i.B., 1998, Seite 756,780,1005,1066 und 1524.

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