Respekt perfekt versteckt

July 20, 2009 · verfasst von: FSJ

©Rcphoto/Dreamstime.com
Im Mittelalter sangen die Völker Gedichte von Künstlern, Stift und Papier waren fern, der Künstler wurde verehrt. Heute gibt es Musikpiraten.
 
"Wie jetzt ein Gedicht schreiben? Soll das etwa ein Witz sein? Ich stehe auf Musik", behauptete Kevin (16). Eines ist klar: Kevin steht nicht alleine da! Die wissenschaftliche Studie von "polis" ergab, dass jeder zweite Deutsche kein Interesse an Lyrik zeigt. Genaueres Hinschauen ist gefragt, denn Gedichte bewirken mehr als man ihnen zutraut. Man findet sein Spiegelbild in ihnen wieder. Zudem bringen sie die Gefühle stark zum Ausdruck. Die Gefühle können positiv sein, so dass man auf Wolke sieben schwebt. Die Worte können aber genauso gut verletzen. Herzschmerzen, vielleicht weil Erinnerungen neu durchlebt werden.
 
Und wer glaubt, dass Gedichte und Musik nichts miteinander zu tun haben, der hat falsch geraten. Die Lyrik ist der Ursprung von Musik. Wie kann es dann angehen, dass die Menschen der Lyrik keinen Funken Aufmerksamkeit mehr schenken? Gedichte werden missachtet, aber die Musik gehört zum Alltag der Menschen. Heute mehr denn je, denn wir können sie über iPods und Kopfhörer fast überall hin mitmehmen. Außerdem muss mittlerweuile keiner mehr teure CDs kaufen – Lieder tauschen ist angesagt und zwar digital und oft illegal.
 
Der Respekt ist dahin
 
Der Branchenverband IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) nahm Stellung zu dem weltweiten illegalen Musikhandel. Die Studie vom 18. Januar 2009 ergab, dass 95 Prozent der weltweiten Downloads ohne jegliche Rechte verkauft werden. Die Qualität und die Kunst der Musik wird in Deutschland nicht mehr anerkannt. Der Respekt ist dahin. Das zeigt diese Zahl.
 
Die Plattenfirmen sehen schon seit einigen Jahren schwarz. Die Musikverwertungsgesellschaft MCPS-PRS Alliance gab der britischen Gema den Auftrag, das Album Rainbowder britischen Band Radiohead als Download ins Internet zu stellen. Der Benutzer durfte frei entscheiden, ob oder wie viel er für das Album ausgeben möchte. Das Ergebnis war erschreckend. Unbeirrt handelten die Kunden auf den Internettauschbörsen weiter, anstatt das Album umsonst downzuloaden.
 
Und wer glaubt, man könne bei solchen Aktionen sowieso nicht erwischt werden, der irrt: Über die jeweilige IP Adresse kann jeder Klick verfolgt werden. Wenn man illegal Musik herunterlädt und sie zusätzlich anbietet, befindet  man sich genau einen Schritt vor dem Abgrund. Mit einer Strafe ab 2.000 bis 10.000 Euro müssen die ertappten Nutzer rechnen, egal ob Kind oder Erwachsener.
 
Wofür das alles? Wieso greifen wir nicht mal ins Portemonnaie und geben der Kassiererin den Wert des Albums, ohne den Preis zu bereuen. Aus Neugier wurde Gier, die sich weltweit ausbreitet. "Man sollte jeden Tag wenigstens ein kleines gutes Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einge vernünftige Worte sprechen", zitierte der deutsche Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe.
 
Nadine Wittleben

Quellen:

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Trackback von Sicherheit macht Schule am 28 Feb 2009


1 Antwort bis jetzt


  • 17. 09. 2009 05:49 von Dodger
    zum letzten abschnitt: goethe hat den spruch nicht zitiert, sondern gesagt/aufgeschrieben... zitiert hast du... :)

 

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