Julia Sodtke
Teilen? Ja! Teilen soll man! Das lernt man schon von Anfang an. Man lernt es schon im Kindergarten und in der Schule und insbesondere wenn man Geschwister hat und mit ihnen aufwächst, dann wird man erinnert an das Teilen.
Auch wenn Künstler Werke schaffen, dann möchten sie ihre Ideen mit der Welt teilen. Der Musiker will, dass sein Song gehört; die Autorin möchte, dass ihr Buch gelesen und der Regisseur wünscht sich, dass sein Film angeschaut wird. Ein Künstler ist stolz auf das, was er geschaffen hat und wenn es auch dem Publikum gefällt, dann zeigt sich der Lohn dafür darin, dass Song, Buch oder Film gekauft werden. Zeitlicher und finanzieller Aufwand der Produktion, der kreativen Idee werden also durch den Kauf entschädigt. Das funktioniert wie in jedem anderen Job in dem eine Leistung entsprechend entlohnt wird. Wenn die Ideen also erfolgreich sind, dann kann der Künstler davon leben. Dieser Zusammenhang klingt einfach, doch das ist er schon lange nicht mehr!
Klar ist: Die Produktion eines Songs hat hohe Kosten verursacht. Ein Buch zu schreiben hat viel Zeit in Anspruch genommen und gerade bei der Entstehung eines Films werden diese beiden Aufwandsfaktoren noch vereint. Der Künstlererlös liegt einzig und allein im Verkauf des fertigen Produkts, denn von reiner Begeisterung kann der Kreative nicht leben. Deswegen verkauft er seine CD, sein Buch oder seine DVD.
Klar ist auch: Die Leute fragen Unterhaltung nach, weil sie sich von ihrem stressigen Alltag ablenken wollen. Die Anfrage besteht und es ist das Internet, das sich als Plattform für alle Formen von unterhaltsamen Inhalten anbietet. Es macht eine schnelle Verbreitung möglich und spricht gleichzeitig ein breites Publikum an. Doch neben solchen Chancen gibt es einige nicht legale Entwicklungen, die die Harmonie stören: Werke werden kopiert und meist in schlechterer Qualität zur freien Verfügung gestellt. Es erreicht uns schon lange nicht mehr nur noch das Original!
An die Konsequenzen für zukünftige Entwicklungen denkt aber anscheinend bisher kaum einer. Der einfache Zusammenhang des Gebens und Nehmens existiert so nicht mehr. Die Meinung des Künstlers gegenüber seinem Publikum ist klar: „Ja, ich möchte dass du meine Vision teilst, aber doch nicht so und v.a. nicht zu diesem Preis!“ Das Risiko, das man als Künstler bereits heute und wohl auch in Zukunft weiterhin eingeht, wird irgendwann nicht mehr tragbar sein. Je mehr die Kopien "boomen", desto mehr verdrängen sie die Originale und desto geringer ist die Wertschätzung für den Künstler. Wo bleibt dann also der Anreiz die Welt weiter zu "bespaßen"? Warum innovativ, kreativ, produktiv sein und sich Gedanken machen um neue Originale? Warum Ideen produzieren, wenn es sich doch einfach nicht lohnt und man es sich v.a. auch gar nicht mehr leisten kann. Auf welche Ebene reduziert sich der Wert von geistigem Eigentum?
Stellt man sich dann vor, dass sich irgendwann keiner mehr erbarmen wird und sich keiner mehr hauptberuflich mit neuen Ideen auseinander setzen will bzw. kann: Was wäre das für eine langweilige Zeit? Doch gibt es überhaupt noch Rettung? Wie kann man die negativen Entwicklungen stoppen und damit bewirken, dass sich die Grauzone der Urheberrechtsverletzungen nicht noch ausweitet? Das Thema wird immer relevanter und es brodelt, sodass sicher ist, dass etwas passieren wird: etwas im Sinne des Schutzes von geistigem Eigentum. Und wenn es nicht anders geht, dann wird auch die Idee der "Kultur-Flatrate", als verpflichtende Pauschalabgabe, die dann unter ALLEN Internetnutzern aufgeteilt sein muss und den Künstlern zu Gute kommen soll, in Betracht gezogen. Dann ist es wieder so weit, dass man gezwungen wird zum Teilen: Ganz genauso wie damals im Kindergarten!
Der Missbrauch geistigen Eigentums ist nicht nur ein theoretisches Problem, sondern schlägt sich auch in persönlichen Schicksalen nieder: Harald Windisch hätte das große Geld machen können: Überall in der Stadt hängen Werbeplakate mit einem Bild. Aber was niemand weiß - er ist der Fotograf des Werbefotos. Über eine Internetcommunity wurde das B ...
Wie die meisten von uns sicherlich wissen, ist nicht jeder Download eine legale Angelegenheit. Die Konsequenzen des illegalen Downloads werden uns häufig bzw. nahezu aufdringlich verklickert. Trotzdem blenden wir dieses Vorwissen - und auch unser Gewissen - immer wieder aus, um kostenfrei an die neusten Songs unserer Lieblingsinterpreten zu kom ...
Ein Buch zu kopieren ist kompliziert. So müsste man doch jede Seite einzeln auf einen Kopierer legen und auf die Start-Taste drücken. Das Ergebnis lässt dann auch oft zu wünschen übrig. Bilder sind entweder von schlechter Qualität oder sogar schwarz-weiß. Kaum einer kommt daher auf die Idee ein Buch zu kopieren. Da kann man sich auch gleich d ...
Wie das funktioniert? Bei mir war das ganz einfach so: Ich habe die Schule erfolgreich (na klar;)) abgeschlossen und dann entschieden, mich noch etwas zu orientieren, vor allem in der Welt der Medien. Ehe ich vielleicht studiere oder eine Berufsausbildung machen werde. Jetzt leiste ich ein freiwilliges soziales Jahr in der Kultur und arbeite al ...
Literaturpiraten, die Bücher raubdrucken. Musikganoven, die ganze Alben im Internet verbreiten. Die "Generation Doof", wie Autorin Anne Weiss uns liebevoll betitelte, hat den Respekt vor Kreativität verloren. Trotz dieses Gesellschaftspessimismus hat Autorin Nadja Krüger noch einen Traum.
Der Ursprung aller Kreativität ist der Kop ...
Im Mittelalter sangen die Völker Gedichte von Künstlern, Stift und Papier waren fern, der Künstler wurde verehrt. Heute gibt es Musikpiraten.
"Wie jetzt ein Gedicht schreiben? Soll das etwa ein Witz sein? Ich stehe auf Musik", behauptete Kevin (16). Eines ist klar: Kevin steht nicht alleine da! Die wissenschaftliche Studie von &q ...
Ein karger Raum voller Porträts von der Pop Art–Ikone Andy Warhol. Allesamt starren sie mit der selben stummen Mimik am Betrachter vorbei, versteckt hinter der typischen, dunklen Sonnenbrille und einer weißblonden Perücke. Vielleicht sind sie unterschiedlich schreibunt, wie seine berühmten Reproduktionen des Marilyn Monroe Porträts. Es spielt k ...
Internetnutzer gibt es viele. Und obwohl es auch genug Gesetze gibt, die sich auf Inhalte im Netz beziehen, sehen die meisten das Internet noch immer als rechtsfreien Raum. Dabei darf man hier, ebensowenig wie im realen Leben, Verbotenes tun.
Es gibt Universitäten in Deutschland, an denen müssen die Studenten einen Weblog, eine Art Online-T ...
Da sitzen sie, der Philosoph und der Schüler. Der erste ein paar Jahrhunderte zuvor an einem bedeutenden Werk schreibend. Der zweite heute, verzweifelt nach Inhaltsstoff für seine Facharbeit suchend. Die beiden hängen ihren Gedanken nach.
„Mein Haus, mein Garten, mein Auto – meine Gedanken?“. Ja. Was im Kopf herumschwirrt gehört einem allei ...
Verstöße gegen das Urheberrecht sind im digitalisierten Zeitalter alltäglich geworden. Die kreative Arbeit und der hohe Aufwand, der hinter den Originalwerken steckt, bleibt dabei außen vor.
Der 25-jährige Jens (*Name geändert) gestaltet momentan seinen eigenen Internetauftritt. Als Hintergrundmotiv wünscht er sich eine Aufnahme seiner Lieb ...
Das Urheberrecht - Wollen sich Leute damit nur wichtig machen oder steckt doch was Sinnvolles dahinter? Der eine beansprucht sie recht häufig, der andere lässt sie lieber im Verborgenen - die eigene Kreativität.
Eigentlich ist es schon immer in sämtlichen Lebenssituationen ein großer Vorteil, wenn man schnell neue und effiziente Ideen hat. ...
Im Laufe der Geschichte kam es immer wieder zu Situationen, in denen sich zwei Parteien gegenüberstanden: Patrizier gegen Plebejer, Adel gegen Bürger, Reiche gegen Arme, Große gegen Kleine. Und fast immer ging es im Kampf um zwei Dinge: Macht und Freiheit.
Leider lag die Macht viel zu oft auf der Seite der Großen. Wir leben heute in einer ...
Hallo du, ich glaube, ich muss deutlicher werden. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich eventuell eine Grundsatzdiskussion vom Zaun breche, die du schon kennst. Aber was sein muss, muss sein. Ich habe nämlich Angst. Und nicht nur ich, ich würde sagen das gesamte Künstlermilieu. Und nicht nur Angst. Sondern auch Unmut.
Über meine Begabung wil ...
Picasso malte. Er malte, was ihm in den Sinn kam. Er malte so, wie er seine Kunstwerke haben wollte. Dadurch wurden seine Werke einzigartig, Kultur, besonders. Doch das Besondere hat Nachahmer, immer. Neider, die keine derartige Kreativität in sich tragen, aber von den Talenten anderer profitieren möchten.
Picassos Werke wurden nachgemalt u ...
Die moderne Medienwelt - flüchtig und wiederholbar? Passt sie deshalb so perfekt in das westliche Lebenskonzept des 21. Jahrhunderts, oder begründet sie dieses erst?
Ob man Flüchtigkeit als Fluch oder Segen bezeichnen will, bleibt einem selbst überlassen - doch sollte man bei der Bewertung nicht die einhergehenden Folgen dieser Flüchtigkeit ...
An der Onlineenzyklopädie Wikipedia.org kann mitschreiben, wer mit einer Computertastatur umgehen kann. Seit dem Start der Site im Januar 2001 ist die Zahl der Beiträge auf ca. 5 Millionen Artikel gewachsen - und das in 230 Sprachen. Das Projekt ist somit wohl ein Paradebeispiel für erfolgreiche Teamarbeit in puncto Urheberschaft…
…Dass zu ...
In der Zeit von wilder Partyfotografie, Digitalkamera und USB 2.0 macht sich in der sogenannten „Netzgeneration“ kaum einer beim Klick auf den Button „Bilder hochladen“ Gedanken über die Rechte.
Die Digitalkamera ist zum ständigen Partybegleiter geworden. Sogar Veranstalter und Clubbesitzer haben diesen Trend erkannt, den man schon fast als P ...
Zettel unter der Bank durchgeben war gestern – was früher die Klasse als Publikum der neusten Gerüchte war, ist heute das vernetzte Millionenpublikum im Internet. Die Anonymität zieht die Publizisten dabei schnell aus der Verantwortung, die das Veröffentlichen einer persönlichen Meinung eigentlich mit sich bringt.
„Hier bei K. und M. wer ...
Wer wünscht sich nicht, dass einem seine Freunde alle Wünsche von den Lippen ablesen können und was das Leben betrifft, immer auf dem neusten Stand sind: Meine neue Frisur, mein neues Outfit.... Das Internet und soziale Netzwerke machen es möglich. In der heutigen Zeit ist das Internet zum größten Kommunikationsmittel geworden. Briefe schreibt m ...